Bilder für Google optimieren

Bilder für Google optimieren

Es ist mal wieder eine dieser Wochen, in denen Google die SEO-Welt ordentlich durchschüttelt. Während sich die einen noch an den Milliarden-Strafe der EU gegen den Suchriesen festhalten, hat Google ganz leise etwas ausgerollt, das deine Bildstrategie komplett auf den Kopf stellen könnte: KI-generierte Bilder in den AI Overviews. Genau die Funktion, die der Konzern Mitte Juli zum 25. Geburtstag von Google Images angekündigt hat – angetrieben vom hauseigenen „Nano Banana“-Modell – ist jetzt in freier Wildbahn unterwegs.

Was bedeutet das für dich? Ganz einfach: Suchst du nach einem Rezept oder einer Sehenswürdigkeit, zeigt Google dir künftig unter Umständen ein synthetisch erzeugtes Bild, anstatt auf das Foto eines Publishers zu verlinken. Dazu kommt die neue Browse-Startseite von Google Images und eine Search Console, die neuerdings verrät, wie Leute deine Inhalte abseits der klassischen Suche finden. Höchste Zeit also, dass wir mal über Bilder-SEO sprechen. Denn eines ist sicher: Bilder werden im Suchspiel wichtiger – nicht unwichtiger. Nur eben anders.

Warum Bilder-SEO überhaupt noch relevant ist

„Aber wenn Google eh eigene Bilder erzeugt, kann ich mir das doch sparen“, hör ich dich denken. Falsch gedacht. Fakt ist: Bilder machen deine Seite erst lesenswert, sie sind der Unterschied zwischen einem abstrakten Textwust und einem Beitrag, den Leute wirklich konsumieren. Und Google bewertet deine Seite auch danach, wie du mit visuellen Inhalten umgehst. Gut optimierte Bilder verbessern das Nutzererlebnis, senken die Absprungrate und liefern Kontext – und genau dieser Kontext wird im Zeitalter von KI-Antworten noch wertvoller, weil Google lernt, welche Seiten echten Mehrwert bieten.

Also: Wie kriegst du deine Bilder in Schuss? Hier kommt meine komplette Checkliste – von den Basics bis zu den Feinheiten, die aktuell den Unterschied machen.

1. Der Alt-Text: Dein Bild als offenes Buch

Alt-Texte sind das A und O der Bildoptimierung. Sie beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist, helfen Screenreadern und sind für Google die wichtigste Informationsquelle überhaupt, um ein Bild zu verstehen. Klingt banal? Ist es nicht. Ich sehe täglich Alt-Attribute wie alt="bild1.jpg" oder schlimmer: gar keine. Das ist, als würdest du Google dein schönstes Foto in einer geschlossenen Schuhkiste überreichen.

So machst du es richtig:

  • Beschreibe das Bild so konkret, als würdest du es einem Freund übers Telefon erklären.
  • Bring dein Keyword unter – aber nur dort, wo es natürlich passt. Keyword-Stuffing im Alt-Text ist out und kann sogar schaden.
  • Lass das Feld leer, wenn das Bild rein dekorativ ist. Ja, wirklich. Ein Alt-Text wie „Pfeil“ bei jedem Icon spült nur Rauschen in deine Seite.
<!-- So nicht -->
<img src="bild1.jpg" alt="bild1">

<!-- So bitte -->
<img src="handgemachte-sauerteigbrotlaib.jpg" alt="Knuspriges Sauerteigbrot aus dem Holzofen, frisch geschnitten auf einem Schneidebrett">

2. Dateinamen: Gib deinen Bildern endlich einen Namen

Ja, ich weiß, dass IMG_4572_final_endgültig_2.jpg dir in deinem Download-Ordner perfekt sortiert vorkommt. Für Google ist das allerdings reines Kauderwelsch. Der Dateiname ist einer der wenigen Signale, die Google sehr früh auswerten kann – noch bevor irgendein Alt-Text oder Kontext gelesen wird. Also: sprechende, mit Bindestrichen getrennte Dateinamen, die beschreiben, was drauf ist.

<!-- Vorher -->
IMG_4572_final_endgültig_2.jpg

<!-- Nachher -->
sauerteigbrot-holzofen-uebersicht.jpg

3. Das Dateiformat: AVIF und WebP sind die neuen Rockstars

JPEG war gestern. Na ja, nicht ganz, aber wer heute keine modernen Formate nutzt, verschenkt ordentlich Ladezeit. WebP und AVIF bieten bei deutlich kleineren Dateien dieselbe oder sogar bessere Qualität. AVIF ist derzeit der Spitzenreiter in Sachen Komprimierung, WebP ist die kompatibelste Alternative. Dein Ziel: Ladezeit runter, Core Web Vitals rauf. Denn LCP (Largest Contentful Paint) – also die Zeit, bis das größte Element auf deiner Seite sichtbar ist – ist nicht umsonst ein echtes Google-Signal.

4. Responsive Bilder mit srcset und sizes

Ein Smartphone braucht kein 4000-Pixel-Bild für ein Vollformat-Landingpage-Gefühl. Mit srcset und sizes lädst du genau die Bildgröße, die das jeweilige Endgerät braucht. Das spart Mega- und Megabytes, und Google belohnt schnelle Seiten.

<img src="sauerteigbrot-800w.jpg"
     srcset="sauerteigbrot-480w.jpg 480w,
             sauerteigbrot-800w.jpg 800w,
             sauerteigbrot-1600w.jpg 1600w"
     sizes="(max-width: 600px) 100vw, 800px"
     alt="Knuspriges Sauerteigbrot aus dem Holzofen">

Und vergiss nicht das loading="lazy"-Attribut für Bilder unterhalb des ersten Bildschirms. Aber Achtung: Dein Hero-Image, also das oberste Bild, solltest du nicht lazy laden – sonst verschlechtert sich dein LCP unnötig.

5. Bild-Sitemaps: Der rote Teppich für Google

Falls du viele Bilder hast (Onlineshop, Portfolio, Rezeptseite – hallo!), hilfst du Google mit einer Bild-Sitemap, alle deine Schätze zu entdecken. Gerade Bildergalerien, die über JavaScript laden, werden so erst für den Crawler sichtbar.

<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9"
        xmlns:image="http://www.google.com/schemas/sitemap-image/1.1">
  <url>
    <loc>https://example.de/rezept/sauerteigbrot/</loc>
    <image:image>
      <image:loc>https://example.de/bilder/sauerteigbrot-holzofen.jpg</image:loc>
      <image:title>Sauerteigbrot aus dem Holzofen</image:title>
    </image:image>
  </url>
</urlset>

6. Strukturierte Daten: Damit Google deine Bilder wirklich versteht

Mit dem Schema für Bilder (ImageObject) gibst du Google zusätzliche Hinweise – etwa Lizenzhinweise oder die genaue Beschreibung. Auch für Rezepte und Produkte lohnt sich das, weil Google so die dazugehörigen Bilder besser zuordnen und in Rich Results ausspielen kann.

{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "ImageObject",
  "url": "https://example.de/bilder/sauerteigbrot-holzofen.jpg",
  "description": "Knuspriges Sauerteigbrot frisch aus dem Holzofen",
  "contentUrl": "https://example.de/bilder/sauerteigbrot-holzofen.jpg",
  "creator": {
    "@type": "Person",
    "name": "Dein Name"
  },
  "license": "https://example.de/lizenz"
}

7. Der Kontext macht das Bild

Google ist heute klug genug, Bilder im Zusammenspiel mit ihrer Umgebung zu verstehen. Ein Bild von einem Brot neben einer Überschrift über Sauerteig wird als Sauerteigbrot gedeutet – auch ohne perfekten Alt-Text. Deshalb: Platzier deine Bilder thematisch passend, gib ihnen sprechende Überschriften und verwende relevante Umgebungstexte. Das ist quasi kostenloses Verständnis für die Maschine.

8. Und jetzt: Der Ausblick auf die KI-Ära

Zurück zu der News, mit der wir gestartet sind: Google generiert Bilder in AI Overviews und baut Google Images zu einer eigenen Entdeckungsplattform um. Heißt das, deine Bilder werden künftig ersetzt? Nicht ganz. Es bedeutet, dass du umso mehr dafür sorgen musst, dass deine Bilder als die authentischen, echten und besten erkannt werden. In einer Welt voller synthetischer Inhalte wird das Original zur Währung.

Was du jetzt konkret tun solltest:

  • Prüf, ob deine Bilder in der Search Console unter „Leistung → Bilder“ auftauchen und was deine Klickraten sagen.
  • Setze auf einzigartiges, echtes Bildmaterial statt auf Stock-Fotos, die tausendfach existieren.
  • Nutze die neuen Insights der Search Console, die dir zeigen, wo deine Inhalte außerhalb der klassischen Suche gefunden werden.

Fazit

Bilder-SEO ist keine Raketenwissenschaft, aber es ist Handwerk. Dateiname, Alt-Text, Format, Komprimierung, Lazy Loading, Sitemap und Strukturierte Daten – wer diese sieben Stellschrauben dreht, legt die Basis für Sichtbarkeit. Und in der Ära der KI-Bilder, die gerade ausgerollt wird, gilt mehr denn je: Sei echt, sei schnell, sei verständlich. Dann findet Google deine Bilder – und vor allem findet man dich.

Jetzt aber ran an deine Bilddateien. Dein Alt-Text schreibt sich nicht von allein. Und dein Sauerteigbrot-Foto verdient es, gefunden zu werden.